Stärke

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Stär|ke ['ʃtɛrkə], die; -, -n:
1. <ohne Plural> körperliche Kraft (die jmdn. zu bestimmten Leistungen befähigt):
er besiegte die Gegner durch seine Stärke.
Zus.: Körperstärke, Muskelstärke.
2. besondere Fähigkeit auf einem bestimmten Gebiet, durch die jmd. eine außergewöhnliche, hohe Leistung erbringt:
Mathematik war schon immer ihre Stärke; Diplomatie war noch nie meine Stärke.
3. <ohne Plural> Grad der Intensität von etwas:
die Stärke des Lichts; die Stärke der Empfindung; eine Brille mittlerer Stärke.
Syn.: Grad, Intensität, Maß.
Zus.: Bebenstärke, Beleuchtungsstärke, Orkanstärke.
4. Umfang, Ausmaß, zahlenmäßige Größe o. Ä., in der etwas Bestimmtes vorhanden und zugleich wirksam ist:
die militärische Stärke eines Landes; die Stärke einer rechtsradikalen Bewegung unterschätzen.
Syn.: Gewalt, Macht, Potenz (bildungsspr.).
Zus.: Belegschaftsstärke, Gefechtsstärke, Truppenstärke.
5. Stabilität, Festigkeit bewirkende Dicke:
Bretter, Platten von unterschiedlicher Stärke.
Zus.: Nadelstärke, Wandstärke.
6. <ohne Plural> aus verschiedenen Pflanzen gewonnene, weiße, pulvrige Substanz, die u. a. in der Nahrungsmittelindustrie und zum Stärken von Wäsche verwendet wird:
aus Kartoffeln wird Stärke gewonnen.
Zus.: Kartoffelstärke, Maisstärke, Reisstärke, Wäschestärke.

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Stạ̈r|ke 〈f. 19
I 〈unz.〉
1. große Kraft
● die \Stärke des Baumes, Brettes, der Mauer; die \Stärke seiner Muskeln
II 〈zählb.〉
1. Umfang, Durchmesser, Dicke
2. Heftigkeit, Intensität
3. Konzentration, Gehalt an gelöstem Stoff
4. Grad der Leistungsfähigkeit
5. Anzahl, Bestand (an Menschen)
6. positive Eigenschaft, besondere Fähigkeit, Vorzug
7. in den Chloroplasten der Pflanzen gebildetes, quellfähiges Polysaccharid, das in Form kleiner Körnchen in Wurzeln, Knollen u. Samen gespeichert wird (Kartoffel\Stärke, Mais\Stärke), auch zur Versteifung von Textilien verwendet (Wäsche\Stärke)
● eine Truppe von 300 Mann \Stärke; die \Stärke des Sturmes; seine \Stärke liegt im schnellen Auffassen, scharfen Denken; Mathematik ist seine \Stärke
[→ stark]

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Stạ̈r|ke [ahd. sterchen = stark machen]: haupts. aus Kartoffeln, Maniok, Hirse, Reis, Mais u. Weizen gewinnbares Polysaccharid aus – im Ggs. zu Cellulose – α-glykosidisch verknüpften Glukoseeinheiten. Die meisten S. enthalten zwei Glucane, u. zwar 20–30 % Amylose u. 70–80 % Amylopektin. S. ist die wichtigste Kohlenhydratquelle für die menschliche Ernährung; darüber hinaus ist sie ein Industrierohstoff für die Lebensmittel-, Klebstoff-, Papier- u. Textilindustrie. Ähnlich wie von Cellulose lassen sich auch von S. Ester u. Ether herstellen, die technische Verwendung finden. Als »tierische S.« bezeichnet man manchmal Glykogen.

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Stạ̈r|ke , die; -, -n [mhd. sterke, ahd. starchī, sterchī]:
1. <o. Pl.>
a) körperliche Kraft:
die S. eines Bären;
Ü jmds. charakterliche S.;
b) Macht:
die militärische S. eines Landes;
die USA demonstrieren S.;
c) Funktionsfähigkeit, Leistungsfähigkeit:
die S. der Nerven.
2. Stabilität bewirkende Dicke, Festigkeit:
Bretter von verschiedener S.
3. zahlenmäßige Größe; Anzahl:
die S. einer Armee.
4. <o. Pl.> Grad des Gehalts; Konzentration (4):
die S. des Kaffees, Giftes.
5. hoher Grad an Leistungskraft, Wirksamkeit:
eine Brille mittlerer S.
6.
a) Vorhandensein besonderer Fähigkeiten, besonderer Begabung [auf einem bestimmten Gebiet], durch die jmd. eine außergewöhnliche, hohe Leistung erbringt:
darin liegt, zeigt sich seine S.;
Mathematik war niemals meine S.;
b) etw., was bei jmdm., einer Sache als besonders vorteilhaft empfunden wird; vorteilhafte Eigenschaft, Vorzug:
eine entscheidende S. des Systems.
7. Ausmaß, Größe, Grad der Intensität:
die S. des Verkehrs, der Schmerzen nahm zu.
8. [rückgeb. aus stärken (3), schon mhd. sterke = Stärkmehl u. sterechlei = Stärkkleie] aus verschiedenen Pflanzen (z. B. Reis, Kartoffeln) gewonnene, weiße, pulvrige Substanz, die u. a. in der Nahrungsmittelindustrie u. zum Stärken von Wäsche verwendet wird.

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Stạrke,
 
Stạrcke, Johann Georg, Baumeister, * Magdeburg oder Pirna zwischen 1630 und 1640, ✝ Dresden 5. 12. 1695; seit 1672 kursächsischer Oberlandbaumeister. Starke verband in seinem Hauptwerk, dem Palais im Dresdner Großen Garten (1678-83), Elemente des Pariser Louvre und anderer französischer Schlossanlagen mit dem Typ des einheimischen Lusthauses.
 
Weitere Werke: Entwurf der Alten Handelsbörse in Leipzig (1678-87); Portale zwischen kleinem und großem Schlosshof in Dresden (1682); Umbau des Komödienhauses am Taschenberg, ebenda (1691, nicht erhalten).
 

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Stạ̈r|ke, die; -, -n [mhd. sterke, ahd. starchī, sterchī; 8: rückgeb. aus ↑stärken (3), schon mhd. sterke = Stärkmehl u. sterechlei = Stärkkleie]: 1. <o. Pl.> a) körperliche Kraft: die S. eines Bären; sie bewunderte die S. seiner Muskeln, seiner Fäuste; Ü jmds. charakterliche S.; Es bedarf nämlich einer großen moralischen S., die guten Weine nach dem Degustieren wieder auszuspucken (Tages Anzeiger 3.12.91, 3); b) Macht: die militärische S. eines Landes; die USA demonstrieren S.; Die Politik der S. führt nicht automatisch zur Wiedervereinigung (Dönhoff, Ära 109); c) Funktionsfähigkeit, Leistungsfähigkeit: die S. der Nerven, Augen. 2. Stabilität bewirkende Dicke, Festigkeit: die S. der Bleche; Ich habe ... die S. der aufgespannten Fäden bis zu einem Millimeter verringert (Menzel, Herren 56); Bretter von verschiedener S. 3. zahlenmäßige Größe; Anzahl: die S. einer Armee, Flotte, Klasse; Es kursierten sogar Gerüchte, die Volkspolizei werde von 120 000 Mann auf die S. des westlichen Grenzschutzes abgerüstet (Dönhoff, Ära 208); Die Ausschüsse werden seit den achtziger Jahren gemäß der S. der Fraktionen besetzt (Fraenkel, Staat 229). 4. <o. Pl.> Grad des Gehalts; ↑Konzentration (4): die S. des Kaffees, Giftes; die S. der Säure messen, kontrollieren. 5. hoher Grad an Leistungskraft, Wirksamkeit: die S. eines Motors, einer Glühbirne; Er trug eine Brille mittlerer S. (Johnson, Achim 42): 6. a) Vorhandensein besonderer Fähigkeiten, besonderer Begabung [auf einem bestimmten Gebiet], durch die jmd. eine außergewöhnliche, hohe Leistung erbringt: darin zeigt sich seine S.; Mathematik war niemals meine S.; Das war schon immer meine S.: hinterdreinzockeln, neugierig sein, zuhören (Grass, Hundejahre 286); Die S. der weberschen Begabung lag in der Grafik (Niekisch, Leben 144); b) etw., was bei jmdm., einer Sache als besonders vorteilhaft empfunden wird; vorteilhafte Eigenschaft, Vorzug: eine entscheidende S. des Systems; die Mannschaft hat -n und Schwächen; bei all ihren -n hat sie auch einige Schwächen: für Krimsekt (CCI 7, 1984, 45). 7. Ausmaß, Größe, Grad der Intensität: die S. des Verkehrs, der Schmerzen; die S. des Geschützdonners nahm zu; dass die Pupillen unseres Auges in ihren Bewegungen ... abhängig sind von der S. des Lichtes, das sie trifft (Th. Mann, Krull 18); so empfindet man das Abstoßende und Hässliche in unverminderter S. (Musil, Mann 1176); ein Sturm, Orkan, Regenfälle von ungeheurer S. 8. aus verschiedenen Pflanzen (z. B. Reis, Kartoffeln) gewonnene, weiße, pulvrige Substanz, die u. a. in der Nahrungsmittelindustrie u. zum Stärken von Wäsche verwendet wird: S. aus Reis; durch Gärung wird S. in Zucker verwandelt; die Wäsche mit S. behandeln.

Universal-Lexikon. 2012.

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